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sommerspiele-perchtoldsdorf

„Erzbischof,
haltet Ihr diesen
Molière für gefährlich?“

„Sire, Molière ist
der Satan.“

Paris im 17. Jahrhundert. Auf der Bühne des Theater Palais Royal spielt Jean-Baptiste Poquelin de Molière, der berühmteste Dramatiker Frankreichs, um die Gunst seines Königs, Ludwig XIV und er spielt in gewisser Weise auch um sein Leben. Bislang ein Gönner Molières, hört der Sonnenkönig zuletzt zunehmend auf bösartige Einflüsterer aus dem Klerus, die den kritischen Dichter wegen seines neuen Stückes „Tartuffe“ zu Fall bringen wollen. Zupass kommt ihnen dabei, dass Molière, zeitlebens in amouröse Abenteuer verwickelt, eine junge Frau heiratet, von der es heißt, sie sei die eigene Tochter des Dichters. Der Skandal ist perfekt, der König entzieht dem Dichter seine Gunst. Molières Bühnenkarriere wird zu einem Spiel auf Leben und Tod ...


Michail Bulgakow, einer der wichtigsten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und Schöpfer des legendären Romans „Der Meister und Margarita“, verlegt in seinem Theaterstück über Molière die eigene Notlage in den 1930er Jahren unter Stalin und seiner paranoiden Schreckensherrschaft in eine andere Epoche und ein anderes Land. Molière, ein Mann voller Talent, Leidenschaft und Charisma, aber auch dem Hang zur Egozentrik ist der absoluten Willkür seines schwankenden Herrschers ausgeliefert. Der Dichter Bulgakow beschreibt in dieser brillanten Tragikomödie den ewigen, ausweglosen Kampf des Dichters gegen die Staatsmacht. Er schlägt damit eine Brücke quer durch Europa und über mehrere Jahrhunderte hinweg und mahnt uns auch heute, kritisches Schreiben vor scheinheiliger Staatsgewalt zu beschützen.

Unter der Regie des Intendanten Michael Sturminger spielt ein dem Perchtoldsdorfer Publikum vertrautes Ensemble, dem Darsteller*innen wie Michou Friesz, Veronika Glatzner,  Nikolaus Barton, Andreas Patton, Birgit Stöger, Hannah Rang und zum ersten Mal Wojo van Brouwer angehören. Pogo Kreiner übernimmt wie in den vergangenen Jahren die musikalische Leitung.

„Molière oder Die Verschwörung der Scheinheiligen“, ist ein faszinierendes Stück, das mit sinnlicher, barocker Ausstattung und festlicher Musik den großen Dichter Molière und das Theater an sich feiert, sei es auf der Bühne, in der Kirche oder am Hof der Mächtigen. In seiner Inszenierung lädt Michael Sturminger das Perchtoldsdorfer Publikum zu einer Zeitreise in das schillernde Paris des Sonnenkönigs und des genialen Komödianten Molière, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 400. Mal jährt.
 

 


Michael Sturminger wurde 1963 in Wien geboren, wo er auch Regie und Drehbuch an der Universität für Musik und darstellende Kunst studierte. Seit 1990 ist er als freier Schauspiel-, Musiktheater- und Filmregisseur sowie als Autor von Theatertexten, Libretti und Drehbüchern tätig. Seit 2014 ist Michael Sturminger Intendant der Sommerspiele Perchtoldsdorf. Seit Herbst 2018 lehrt er als Universitätsprofessor für Musiktheaterregie und Dramatische Darstellung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

 

Zu den Stationen seiner Arbeiten gehören u.a. das Mariinsky Theater in St.Petersburg, das Nationaltheater Taipeh, die Elbphilharmonie Hamburg, das Theater an der Wien, das Opernhaus Zürich, das Aalto Theater Essen, das Staatstheater am Gärtnerplatz München, die Wiener Staatsoper, die Volksoper Wien, die Opernhäuser Graz und Köln. Michael Sturminger war Gast bei den Osterfestspielen Salzburg, dem Cherry Orchard Festival Moscow, Festival Wien Modern, den Schwetzinger Festspielen, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Prague Spring Festival, White Nights Festival St.Petersburg, Sydney Festival, Toronto Festival, dem Grafenegg Festival sowie bei den Bregenzer Festspielen. Seine Salome-Inszenierung am Stadttheater Klagenfurt wurde als „Beste Gesamtproduktion Oper“ mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2018 ausgezeichnet.

 

2006 schrieb er das Libretto zu Bernhard Langs Musiktheater I Hate Mozart und inszenierte die Uraufführung am Theater an der Wien. Für Bernhard Lang schrieb er auch das Libretto zu Re:igen (2014 in Schwetzingen uraufgeführt, 2019 bei den Bregenzer Festspielen) und Hiob (Auftrag des Stadttheaters Klagenfurt, UA 2023). Im Auftrag der Bregenzer Festspiele verfasste er das Libretto zu HK Grubers Oper Geschichten aus dem Wiener Wald und übernahm 2014 die Regie der Uraufführung in Bregenzer Festspielen und am Theater an der Wien.

 

Mit dem Schauspieler John Malkovich arbeitet er seit vielen Jahren zusammen. Zu ihren bisherigen Projekten, die alle von Sturminger geschrieben und gemeinsam mit Martin Haselböck produziert wurden, zählen das Operaplay The Infernal Comedy, das Musiktheaterprojekt The Giacomo Variations und die Musiktheaterproduktion Just Call Me God, die 2017 in der Elbphilharmonie Hamburg uraufgeführt wurde. Bislang wurden diese drei Projekte in mehr als 70 Städten von Sydney bis Santiago de Chile und von Toronto bis Tiflis und New York aufgeführt. Casanova Variations, die Kinoversion von The Giacomo Variations, wurde bei zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und mit zwei Österreichischen Filmpreisen und einer Goldenen Romy ausgezeichnet. 2008 begleitete Sturminger Cecilia Bartoli bei den Aufnahmen und Recherchen zu ihrem Maria-Album mit der Kamera für den Dokumentarfilm Malibran Rediscovered und den Konzertfilm The Barcelona Concert. 2018 drehte Michael Sturminger den ARD-Fernsehfilm Toulouse nach einem Theaterstück/Drehbuch von David Schalko mit Catrin Striebeck und Matthias Brandt in den Hauptrollen. 2020/21 realisierte Sturminger sein von den Salzburger Festspielen inspiriertes Drehbuch Die Unschuldsvermutung in einer ORF/ARD-Spielfilm-Koproduktion mit Ulrich Tukur.

 

Bei den Salzburger Festspielen führte Michael Sturminger 2006 bei Mozarts Il sogno di Scipione erstmals Regie. 2017 zeichnete er bei den Osterfestspielen Salzburg für die Inszenierung von Salvatore Sciarrinos Kammeroper Lohengrin verantwortlich sowie bei den Salzburger Festspielen für die Neuinszenierung des Jedermann. 2018 folgte Giacomo Puccinis Tosca mit Christian Thielemann bei den Osterfestspielen Salzburg - eine Produktion, die im Sommer 2021 mit Anna Netrebko in der Titelrolle bei den Salzburger Festspielen neu einstudiert wurde. Von 2018 bis 2020 überarbeitete Sturminger seine Jedermann-Inszenierung mit Tobias Moretti und zahlreichen neuen Ensemblemitgliedern, im Sommer 2021 folgte eine gänzliche Neuinszenierung mit Lars Eidinger als Jedermann und Verena Altenberger als Buhlschaft. Beim Dmitri Hvorostosky-Festival in Krasnojarsk/Sibirien inszenierte Michael Sturminger im Oktober 2021 mit Samuel Dale Johnson und Lucca Pisaroni Mozarts Don Giovanni.

 
 
 
Premiere
 
Donnerstag 30. Juni 2022   20.00 Uhr
Regie
 
Michael Sturminger
Vorstellungen 
 
Mi Do Fr Sa
    01.7. 02.7.
  07.7. 08.7. 09.7.
13.7 14.7. 15.7. 16.7.
  21.7. 22.7. 23.7.
  28.7. 29.7. 30.7.

Stückeinführung vor jeder Vorstellung
um 19.15 Uhr im Metzgergarten

Vorstellungsbeginn 20.00 Uhr (1 Pause)
Spielende 22.00 Uhr
KARTENPREISE / SITZPLAN
 
I € 52,- II € 42,- III € 30,-
KartenKAUF / Infocenter
 
Marktplatz 10, 2380 Perchtoldsdorf
Mo und Sa 10-13 Uhr
Di  bis Fr 10-13 Uhr, 15-18 Uhr
Kontakt
 
T 01 866 83-400     F -450
 
weitere infos  
 
Restkarten an der Abendkassa.
Theaterfest Ticket-Line: 01 96096-111
(außerhalb der Öffnungszeiten des InfoCenters)


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IMPRESSUM Kulturabteilung der Marktgemeinde Perchtoldsdorf,
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